Aus der Geschichte unserer Stadt Schloß Holte-Stukenbrock, Folge 5
Donnerstag, 30. Oktober 2008 18:31
Das Wappen der Stadt
Es ist verhältnismäßig jung, unser Stadtwappen. Im Dezember 2009 wird es erst 30 Jahre alt. Der Herr Regierungspräsident in Detmold hat mit Urkunde vom 19. Dezember 1979 der Gemeinde Schloß Holte-Stukenbrock die Führung eines Wappens, eines Siegels und einer Flagge (Banner und Hissflagge) genehmigt. Die Genehmigung wurde am 14. Januar 1980 in der Ausgabe Nr. 2 des Amtsblattes für den Regierungsbezirk Detmold veröffentlicht.
Das Wappen wurde entworfen von dem Heraldiker Waldemar Mallek aus Münster, der dabei die aus der Gemeinde Schloß Holte-Stukenbrock kommenden Anregungen und Wünsche berücksichtigt hat. Besondere Beachtung fand dabei der Entwurf von Anton Leeder, dessen wesentliche Grundelemente in das Wappen übernommen wurden. Bei der Beschreibung eines Wappens muss man wissen, dass sie sich immer an der Blickrichtung des Wappenträgers orientiert. Die Ritter des Mittelalters führten auf der großen freien Außenfläche ihres Schutzschildes bekannte Symbole oder Bilder damit man wusste, wen man im Kampfgetümmel vor sich hatte, Freund oder Feind. Die Redewendung: “Er führt etwas im Schilde”, ist auf die Bilder der Schutzschilde der Ritter des Mittelalters zurück zu führen.
Die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock führt in ihrem Schilde (Wappen) im gespaltenen roten Schildhaupt rechts (vom Träger aus gesehen) ein goldenes durchgehendes Kreuz und links einen goldenen Adler. Im silbernen Feld darunter eine grüne Eiche mit zwei goldenen Eicheln. Zwei dieser drei Symbole sind den früheren Gemeindewappen von Liemke (seit 1964 Schloß Holte) und Stukenbrock entnommen. Das goldene Kreuz erinnert an die frühere Zugehörigkeit von Stukenbrock und Stukenbrock-Senne zum Fürstbistum Paderborn. Das Fürst bischöfliche Wappen findet man noch heute über dem Westportal der St. Johannes-Kirche in Stukenbrock, am Hauptaltar der St. Johannes-Kirche, am Pastoratsgebäude und an der ehemaligen Papierfabrik Stenneberg in Stukenbrock. Der goldene Adler erinnert an die frühere Zugehörigkeit von Liemke und Sende zur Grafschaft Rietberg. Der Adler war das Wappen der Grafen von Rietberg. Er erinnert an die alte Grafschaft, die 1237 ihre Selbständigkeit erlangte. Die Rietberger Grafen, aus dem Hause Arnsberg stammend, hatten als ihr Wappensymbol den Adler übernommen. Der Rietberger Adler ist ebenfalls zu finden im Stadtwappen von Rietberg und im Wappen des Kreises Gütersloh. Doch weist der Rietberger-Adler im Stadtwappen von Schloß Holte-Stukenbrock eine Besonderheit auf. Ursprünglich trägt der Rietberger-Adler in jeder Schwinge fünf Federn, hier aber nur vier. Wo er die Federn verloren hat, ist bislang unergründlich. Lästermäuler behaupten, der Rietberger-Adler hätte bei den damaligen Turbulenzen der Gebietsreform
Federn lassen müssen”. Bei der Genehmigungsverfügung vom 19. 12. 1979 des neu geschaffenen
Wappens ist dieser Verlust offensichtlich nicht aufgefallen. Da hat der Spaßvogel dem Herrn Regierungspräsidenten den Verlust seiner beiden Federn vorenthalten. Ob dieser Verlust heraldisch von Bedeutung ist, wurde bislang nicht hinterfragt. Um die Wappenbeschreibung zu vervollständigen, sei noch die Bedeutung des Eichbaumes erläutert. Der mächtige Eichenbaum soll nicht nur den Waldreichtum der Stadt symbolisieren. Aus fünf starken Baumwurzeln (Ortsteile) ist der stolze Baum (die Stadt) gewachsen. Die beiden goldenen Eicheln sind den ehemaligen Wappen von Liemke und Sende entnommen, deren Bedeutung aber nirgendwo nachzulesen ist.
Bei dieser Gelegenheit sei mir der Hinweis erlaubt, dass sich auch im Landeswappen von Nordrhein-Westfalen ein Fehler eingeschlichen hat. In der unteren Spitze des Wappenschildes steht nämlich die “Lippische Rose” auf dem Kopf.
Heinz Tölke
Thema: Historisches | Kommentare deaktiviert | Autor: H. T.












