Blick in die Vergangenheit

Aus der Geschichte unserer Stadt Schloß Holte-Stukenbrock

Unter dieser Überschrift sollen zukünftig – nicht immer unbedingt in regelmäßigen Abständen – Beiträge zur Geschichte unserer Stadt erscheinen. Sie finden hier Berichte über interessante und bedeutsame Ereignisse aus vergangener Zeit, Historisches aus den einzelnen Stadtteilen, Geschichten unserer Kirchen und Kirchengemeinden, Beschreibungen historischer Bauwerke und Baudenkmale und vieles mehr. Es soll hier keine wissenschaftliche Abhandlung erfolgen, oder mit trockenen Daten gelangweilt werden.
Der Heimat- und Verkehrsverein möchte mit dieser Serie in lockerer, erzählender Form die Bürgerinnen und Bürger mit der Stadtgeschichte vertraut machen. Es werden nach Möglichkeit Autoren aus allen Stadtteilen an dieser „Historie“ mitwirken. Die Beiträge eignen sich bestimmt auch zum Sammeln.

Folge 1

„Die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock“ mitten in der Senne, am Südwesthang des Teutoburger Waldes, im Fadenkreuz der Städte Bielefeld und Paderborn, Gütersloh und Detmold, liegt die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock mit den Quellen der Ems. Ihre unmittelbaren Nachbarn sind die Bergstadt Oerlinghausen und die Gemeinden Augustdorf, Hövelhof und Verl mit dem Ortsteil Kaunitz. Das Stadtgebiet hat eine Größe von 7,62 qkm und liegt auf einer Höhe von ca. 140 m über NN. Die höchste Stelle der Stadt befindet sich im Stadtteil Stukenbrock an der Römerstraße in der Nähe des Gasthauses „Kuhkamp“ und des historischen Fachwerkhauses „Eckernkrug“. Um sich den Höhenunterschied innerhalb des Stadtgebietes vorstellen zu können, muss man wissen, dass die Erdoberfläche des Schützenplatzes in Stukenbrock mit der Kirchturmspitze von St. Ursula Schloß Holte auf einer Höhe liegt. Schloß Holte-Stukenbrock ist eine junge Stadt. Erst am 1. Januar 2003 erhielt sie die Stadtrechte und hat heute 26.469 Einwohner in den fünf Stadtteilen Liemke, Schloß Holte, Sende, Stukenbrock und Stukenbrock-Senne. Die einzelnen Stadtteile haben eine jahrhunderte alte Geschichte und können eine erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 1153 nachweisen. Im Jahre 2003 wurde dieses „850-jährige Jubiläum“ in den Stadtteilen mit historischen Umzügen und Jubiläumsfestlichkeiten feierlich begangen.
Über die A 2 und die A 33, über die Bahnstrecke Bielefeld – Paderborn sowie über den Regional-Flughafen Paderborn-Lippstadt in Ahden ist Schloß Holte-Stukenbrock schnell und aus allen Richtungen gut zu erreichen. Vor der „Stadtwerdung“ war Schloß Holte-Stukenbrock eine „Großgemeinde“, die am 1. Januar 1970 im Rahmen der kommunalen Neuordnung in Nordrhein-Westfalen aus der ehemals selbständigen Gemeinde Schloß Holte, aus Teilen der Gemeinde Sende, beide aus dem Amt Verl im ehemaligen Kreise Wiedenbrück und der Gemeinde Stukenbrock mit Stukenbrock-Senne aus dem Amt Schloß Neuhaus im Kreise Paderborn gebildet wurde.
Die Großgemeinde Schloß Holte-Stukenbrock wurde damals vorläufig dem Kreis Bielefeld zugeordnet. Sie setzte sich zusammen aus einem 5,5 qkm großen Teil der Gemeinde Sende mit 1.984 Einwohnern, einem 19,44 qkm großen Teil der Gemeinde Schloß Holte mit 7.281 Einwohnern und der ganzen Gemeinde Stukenbrock mit 42,68 qkm und 7.370 Einwohnern. Zusammen ergab das eine Fläche von 67,62 qkm mit 16.635 Bewohnern.
Der seinerzeitige Ortsheimatpfleger Rudolf Gürtler schreibt in seinem Buch „Mitte der Senne“: Die Bildung dieses neuen Gemeinwesens wurde von vielen Bewohnern argwöhnisch, von einigen sogar verbittert betrachtet. Es waren buchstäblich einschneidende Maßnahmen, die durch diese kommunalen Neuordnungen ausgelöst wurden. Liemke verlor etwa 7 qkm an der unteren Wapel an Verl, die Gemeinde Sende wurde sogar dreigeteilt (Teile fielen an Verl, an Schloß Holte-Stukenbrock und an Bielefeld-Sennestadt). Lediglich Stukenbrock mit Stukenbrock-Senne überstand diese Prozedur unbeschadet.
(wird fortgesetzt)
Heinz Tölke

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Datum: Donnerstag, 31. Januar 2008 19:55
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